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Die Vorgeschichte des Doerner Institutes ist eng mit den Namen Adolf Keim, Prof. Dr. Alexander Eibner und Prof. Dr. Walter Gräff verbunden. 1877 begründete Adolf Keim eine chemisch-technische Werkstätte für Wasserglas- und Wandmalereitechniken in Augsburg, die 1881 nach München übersiedelte. Die fortwährenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten 1886 zur Unterstellung von Keims Versuchsanstalt für Maltechnik unter die Fittiche der 1880 begründeten Gesellschaft für rationelle Malverfahren. Doch erst eine Übernahme durch die Technische Hochschule sicherte 1902 ihren dauerhaften Fortbestand als Versuchsanstalt und Auskunftsstelle für Maltechnik. 1907 wird Alexander Eibner Leiter der Versuchsanstalt, die Ecke Luisen-Gabelsbergerstraße untergebracht war. In diesen Jahren mußte Eibner dem jungen Kunsthistoriker Walter Gräff (geb. 1876) begegnet sein, seit 1908 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Staatlichen Gemäldesammlung in der Alten Pinakothek. Die Bedeutung Walter Gräffs für die Geschichte des Doerner Institutes wurde bislang unterschätzt. Gräff war talentierter Amateurphotograph, der die Relevanz der technischen Photographie für die Untersuchung von Gemälden spätestens 1916 erkannte. Gräff wie Eibner gehörten dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für rationelle Malverfahren an. Für die damalige Zeit noch ungewöhnlich, sprachen beide 1930 auf einer Fachkonferenz in Rom zur naturwissenschaftlichen Untersuchung und Konservierung von Kunstobjekten.