logo

Zwischen 2009 und 2014 widmeten sich Kunsttechnologen, Restauratoren, Naturwissenschaftler und Kunsthistoriker in einem vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderten Forschungsverbund der Maltechnik und der Malweise Ernst Ludwig Kirchners (1880-1938). Am Kirchner-Projekt beteiligte Projektpartner waren die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, das Kirchner Museum Davos, das Doerner Institut und das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft Zürich.

Das Doerner Institut konzentrierte sich naturgemäß auf den Kirchner-Bestand der Pinakotheken, darunter gut ein Dutzend Bilder aus seinen frühen Schaffensjahren in Dresden und Berlin. Sie wurden umfassend technologisch sowie materialanalytisch untersucht und mit zahlreichen anderen von Kirchners Werken, Skizzenbüchern oder Selbstzeugnissen verglichen. Auf diese Weise ließen sich komplexe Entstehungsgeschichten, spätere Überarbeitungen wie z. B. auf der „Tanzschule“ von 1914 oder auch Rückdatierungen wie für das „Selbstbildnis als Kranker“ aus dem Jahr 1918 rekonstruieren. Dabei wurde deutlich, daß Kirchners Werk von kontinuierlicher Suche und Experiment, von kritischer Selbstbefragung und ehrgeizigem Wettstreit geprägt war.