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Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Palette der Künstlerfarben auf eine relativ überschaubare Anzahl von mineralischen oder synthetisch anorganischen Pigmenten sowie natürlichen organischen Farbstoffen beschränkt. Letztere wurden meist aus Pflanzen gewonnen. Mit der rasanten Entwicklung der chemischen Industrie setzte im ausgehenden 19. und gesamten 20. Jahrhundert eine intensive Suche nach neuen Farbstoffen und Pigmenten ein. Hiervon zeugen zahlreiche Patente, die in rascher Abfolge erteilt wurden: Von den frühen Teer- oder Anilinfarbstoffen ausgehend, entstand so eine Fülle von neuen Produkten mit verbesserten Eigenschaften wie zum Beispiel erhöhter Licht- oder Lösemittelstabilität. Synthetisch organische Pigmente sind in ihrer chemischen Zusammensetzung und Farbskala von enormer Vielfalt und nach wie vor Gegenstand der Entwicklung. Heute sind einige Hundert derartiger Pigmente auf dem Markt, zu denen Pigmentklassen wie zum Beispiel die Azopigmente, Phthalocyanine, Chinacridone oder auch die erst in den 1980er Jahren eingeführten Diketopyrrolopyrrole zu zählen sind.