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Unter Hinterglasmalerei versteht man eine „Kaltmalerei“ auf der Rückseite eines transparenten Trägers. Dieser kann aus Glas, in selteneren Fällen aber auch aus Bergkristall sein. Viele derartige Arbeiten sind aus dem volkskundlichen Bereich bekannt. Aufgrund der besonderen Wirkung und Leuchtkraft der Farben waren Hinterglasmalereien in allen Epochen geschätzt. Genauer betrachtet verbergen sich hinter dem Begriff Hinterglasmalerei eine Fülle von Techniken, wie die Amelierung, Eglomisé oder Gold- und Silberradierungen, ebenso wie verschiedene Malmaterialien, zu denen Pigmente und Farblacke, Metallfolien und –pulver in unterschiedlichsten Bindemitteln zählen.

Aufgrund dieser Materialvielfalt, des zum Teil komplizierten Schichtenaufbaus und des besonders glatten, nicht saugenden Bildträgers sind Hinterglasmalereien heute häufig in besonders fragilem Zustand und somit Gegenstand andauernder konservatorischer Fürsorge. Für die Erarbeitung von Konservierungs- und Restaurierungskonzepten sind deshalb naturwissenschaftliche Untersuchungen zum Verständnis der  Schadensmechanismen in besonderem Maße notwendig. So bedürfen z. B. die in der Restaurierungspraxis üblichen Festigungsmittel einer sorgsamen Auswahl, sind sie doch immer direkt an der Glastafel für den Betrachter sichtbar.