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Die Schöpfung, Präsentation und Lagerung großformatiger Gemälde stellen besondere Anforderungen nicht nur an den Künstler und seine Sammler, sondern später auch an Restauratoren. Exemplarisch steht hierfür Carl Schorns monumentale »Sintflut«-Darstellung aus der Zeit König Ludwigs I. Zwischen 1845 und 1850 im Auftrag Ludwigs entstanden, ist es mit 5,92 x 8,27 m das größte Bild der Neuen Pinakothek. Bis 1919 ausgestellt, lag es seitdem aufgerollt im Depot des Museums. Anläßlich der Ausstellung »Die Kraftprobe – 200 Jahre Kunstakademie München« im Haus der Kunst München (30.05. bis 31.08.2008) wird das Bild nun in Saal 13 der Neuen Pinakothek restauriert und erstmals seit Jahrzehnten wieder in der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Gemälde zeigt die letzten Augenblicke einer sündigen Menschheit, die der Gott des Alten Testaments dem Untergang bestimmt hat. Die letzten Überlebenden suchen auf dem Gipfel eines Berges ihre Rettung. Unter dem Eindruck des nahenden Todes offenbaren sich Verzweiflung und Niedertracht auf vielfältigste, zum Teil abstoßende Weise. Die Arche, Zuflucht Noahs und einziges Zeichen der Hoffnung, ist nur klein und schemenhaft am linken Bildrand zu erkennen. Es ist eine düstere, pessimistisch gestimmte Vision eines Weltuntergangs.